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Dativ im Kroatischen

Dativ – 3 Themen aus den croBro-Lektionen (A2, B1, C1), auf Deutsch erklärt, mit Tabellen, Beispielsätzen und den Besonderheiten im Dalmatinischen.

Pronomen im Dativ: mi, ti, mu, joj … A2

Wie geht es dir, ist dir kalt, ist dir übel? Im Kroatischen steht die Person dabei im Dativ – genau wie im Deutschen „mir ist kalt“:

  • Zlo mi je. (Mir ist übel.)
  • Hladno mu je. (Ihm ist kalt.)
  • Je li ti bolje? (Geht es dir besser?)

Der Dativ (dativ) antwortet auf wem? – also auch beim Geben, Helfen, Gefallen und Brauchen:

  • Daj joj tabletu. (Gib ihr eine Tablette.)
  • Pomozite mi! (Helfen Sie mir!)
  • Treba mi lijek. (Ich brauche ein Medikament – wörtl. „mir ist ein Medikament nötig“.)
  • Sviđa mi se … (… gefällt mir.)

Jedes Pronomen hat eine betonte Form (meni, tebi …) und eine Kurzform (mi, ti …). Die Kurzform ist normal; die betonte Form brauchst du am Satzanfang, nach Präpositionen oder für Kontrast: Meni je dobro, a tebi?

Achtung: Bei boljeti (wehtun) steht die Person im Akkusativ: Boli me glava. Boli ga zub. Bole je noge. Wörtlich: „Der Kopf schmerzt mich.“ Der Körperteil ist das Subjekt – deshalb bole bei Plural: Bole me leđa / noge. Merke: „boli me“, aber „zlo mi je“.

Für „sie“ (ona) gibt es im Akkusativ neben je auch ju – vor allem, wenn sonst „je je“ entstünde: Vidio sam je / Vidio ju je.

PersonDativ betontDativ kurzAkkusativ kurz
jamenimime
titebitite
on / ononjemumuga
onanjojjojje / ju
minamanamnas
vivamavamvas
oni / onenjimaimih

So sagt man es in Dalmatien

Die Pronomen sind im Dalmatinischen gleich. Typisch sind nur die bekannten Lautregeln drumherum: Šta ti je? Di te boli? Iman temperaturu.

Beispiele

Hladno mi je.
Mir ist kalt.
Daj joj tabletu.
Gib ihr eine Tablette.
Boli ga zub.
Ihm tut der Zahn weh.

Aus der Lektion Beim Arzt & der Körper (A2)

Dativ-Konstruktionen: sviđa mi se, žao mi je, hladno mi je B1

Viele Gefühle und Zustände werden im Kroatischen unpersönlich mit Dativ ausgedrückt – wie im deutschen „mir ist kalt“, nur viel häufiger.

sviđati se (gefallen): Das, was gefällt, ist das Subjekt, die Person steht im Dativ. Das Verb richtet sich nach dem Gefallenden:

  • Sviđa mi se ovaj grad. (Mir gefällt diese Stadt.)
  • Sviđaju mi se ovi gradovi. (Mir gefallen diese Städte.)
  • Sviđaš mi se. (Du gefällst mir.)

Unpersönlich mit je + Adverb: žao mi je, drago mi je, hladno mi je, vruće mu je, dosadno nam je, svejedno mi je, teško joj je.

Genauso: nedostajati (fehlen), smetati (stören), trebati (brauchen): Smeta mi buka. (Der Lärm stört mich.)

Die Kurzformen stehen an zweiter Stelle im Satz, die Langformen zur Betonung oder am Satzanfang: Meni se sviđa, a tebi?

Vergangenheit: Für ein einmaliges „hat mir gefallen“ nimmt man das vollendete svidjeti se. Das Partizip richtet sich nach dem, was gefallen hat: Svidio mi se film. Svidjela mi se predstava. Svidjelo mi se more.

Typischer Fehler: Ja sam hladno. / Ja se sviđam more. – Wie im Deutschen „mir ist kalt“ steht die Person im Dativ: Hladno mi je. Sviđa mi se more.

PersonDativ langDativ kurzBeispiel
jamenimiŽao mi je.
titebitiJe li ti hladno?
on / ononjemumuDosadno mu je.
onanjojjojSviđa joj se Split.
minamanamDrago nam je.
vi / VivamavamKako vam se sviđa?
oni / one / onanjimaimSvejedno im je.

So sagt man es in Dalmatien

Die Pronomen sind gleich. Für „es gefällt / tut mir gut“ hört man in Dalmatien oft paše mi (Paše mi ovo sunce.) und für Genuss gušt mi je – beides umgangssprachlich, nicht Standard. „Du fehlst mir“ heißt im Alltag Fališ mi.

Beispiele

Kako ti se sviđa Split?
Wie gefällt dir Split?
Meni se ne sviđa jugo, a njemu je svejedno.
Mir gefällt der Jugo (Südwind) nicht, ihm ist es egal.
Djeci je dosadno.
Dici je dosadno. dalm.
Den Kindern ist langweilig.

Aus der Lektion Gefühle & Meinungen (B1)

Der idiomatische Dativ C1

Viele Redewendungen leben vom Dativ. Er bezeichnet nicht nur den Empfänger („dati nekome“), sondern auch die Person, die etwas erlebt, besitzt oder emotional betroffen ist.

  • Erlebnisdativ in unpersönlichen Sätzen: Hladno mi je. Žao mi je. Dosadno mu je.
  • Dativ + se (Lust/Unlust, unwillkürlicher Drang): Spava mi se. Ne da mi se. Plače joj se.
  • Possessiver Dativ statt Possessivpronomen: Otac mu je liječnik. (= Njegov otac je liječnik.)
  • Ethischer Dativ: Er drückt Anteilnahme aus und ist grammatisch überflüssig: Nemoj mi se prehladiti!
  • Phraseologischer Dativ: fest in der Wendung: ići nekome na živce, doći nekome glave, gledati nekome kroz prste, pasti nekome na pamet

Warum Dativ? Die erlebende Person ist im Kroatischen nicht Subjekt, sondern „Betroffene“ – wie im deutschen mir ist kalt. Subjekt ist entweder gar nichts (unpersönlich) oder die Sache: Ide mi na živce (er/sie/es geht mir …).

Bildung der unpersönlichen Sätze: Das Verb steht in der 3. Person Singular, in der Vergangenheit im Neutrum Singular (-lo), weil es kein Subjekt gibt:

  • Hladno mi je. → Hladno mi je bilo. (Präsens → Perfekt)
  • Spava mi se. → Spavalo mi se. · Ne da mi se. → Nije mi se dalo.
  • Ivi se nije dalo raditi. – auch mit Nomen im Dativ (Ivi), nicht nur mit Kurzform.

Die Dativformen sind fast immer Kurzformen (mi, ti, mu, joj, nam, vam, im) und stehen deshalb an zweiter Stelle im Satz. Die Langform (meni, tebi, njemu …) nimmt man nur zur Betonung oder am Satzanfang: Meni je hladno, a tebi?

TypBeispielDeutsch
ErlebnisdativHladno mi je.Mir ist kalt.
Dativ + seSpava mi se.Ich bin schläfrig.
PossessivOtac mu je liječnik.Sein Vater ist Arzt.
EthischNemoj mi se prehladiti!Erkälte dich (mir) bloß nicht!
PhraseologischIde mi na živce.Er geht mir auf die Nerven.

So sagt man es in Dalmatien

Die Dativkonstruktionen sind im Dalmatinischen dieselben, nur die Lautung ändert sich: Ne da mi se radit. Ladno mi je. (h-Schwund: hladno → ladno). Auch im Süden ist der ethische Dativ sehr lebendig: Šta mi se ti ljutiš? – „Warum ärgerst du dich denn (mir)?“

Beispiele

Žao mi je što nisam došao.
Es tut mir leid, dass ich nicht gekommen bin.
Majka joj živi u Splitu.
Ihre Mutter lebt in Split.
To mi nije ni palo na pamet.
Das ist mir nicht einmal in den Sinn gekommen.

Aus der Lektion Redewendungen & Idiome (C1)

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