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Präsens im Kroatischen

Prezent – 7 Themen aus den croBro-Lektionen (A1, A2, B2, C1), auf Deutsch erklärt, mit Tabellen, Beispielsätzen und den Besonderheiten im Dalmatinischen.

Das Verb „biti“ (sein) – Kurzformen A1

Im Präsens hat biti (sein) zwei Reihen: unbetonte Kurzformen (sam, si, je …) für den normalen Satz und betonte Langformen (jesam, jesi …).

Die Kurzformen sind Enklitika (enklitike): kleine, unbetonte Wörter, die sich an das erste Satzglied anlehnen. Darum stehen sie an zweiter Stelle, nie am Satzanfang:

  • Ja sam student. (Ich bin Student.)
  • Student sam. (Ich bin Student. – ohne „ja“)
  • falsch: Sam student.

Das Pronomen (ja, ti …) fällt meist weg – die Verbform zeigt die Person schon. Dobro sam. klingt natürlicher als Ja sam dobro.

Langformen brauchst du, wenn biti betont ist: in der Frage (Jesi li umoran? – Bist du müde?) und in der kurzen Antwort (Jesam. – Ja, bin ich.). Allein stehen kann nur die Langform.

Verneinung: ne verschmilzt mit der Form zu einem Wort: nisam, nisi, nije … – nie „ne sam“. Die verneinte Form ist betont und darf auch am Satzanfang stehen: Nisam umoran.

Typischer Fehler: deutsche Wortstellung. Danas ja sam umoran ist falsch – nach dem ersten Satzglied Danas kommt sofort sam: Danas sam umoran.

PersonKurzformLangformVerneinung
jasamjesamnisam
tisijesinisi
on/ona/onojejest(e)nije
mismojesmonismo
vistejesteniste
oni/one/onasujesunisu

So sagt man es in Dalmatien

Im Dalmatinischen wird sam → san (auslautendes -m wird -n): Ja san iz Splita. Ebenso bei Verben in der 1. Person: radim → radin, imam → iman, govorim → govorin.

Die anderen Formen (si, je, smo, ste, su) bleiben gleich.

Beispiele

Ja sam Marko.
Ja san Marko. dalm.
Ich bin Marko.
Mi smo iz Austrije.
Wir sind aus Österreich.
Ona nije umorna.
Sie ist nicht müde.

Aus der Lektion Begrüßen & sich vorstellen (A1)

Präsens: die drei Verbgruppen (-am, -im, -em) A1

Fast alle Verben gehören im Präsens zu einer von drei Gruppen. Man erkennt sie an der 1. Person Singular (ich-Form): -am, -im oder -em.

So entstehen die Formen: Stamm + Vokal (a / i / e) + Personalendung -m, -š, –, -mo, -te. Nur die 3. Person Plural (sie) ist anders: -aju (čekaju), -e (plate), -u / -ju (piju).

Der Infinitiv verrät die Gruppe nicht sicher (piti – pijem, pisati – pišem). Lern die ich-Form darum gleich mit: čekati – čekam, platiti – platim, piti – pijem.

Das Personalpronomen (ja, ti …) fällt meist weg, weil die Endung die Person zeigt: Pijem kavu. Mit ja wird es betont: Ja plaćam! (Ich zahle – nicht du!)

Verneinung: ne steht direkt vor dem Verb und wird getrennt geschrieben: Ne pijem kavu. Nur drei Verben verschmelzen damit: nisam (biti), nemam (imati), neću (htjeti; das IHJJ empfiehlt seit 2013 die Schreibung ne ću, üblich ist weiterhin neću).

Ja/Nein-Fragen bildest du mit li direkt nach dem Verb: Pijete li kavu? (Trinken Sie Kaffee?) Imate li burek? Mogu li dobiti …? Bei biti nimmt man die Langform: Jesi li umoran? „Da li …?“ am Satzanfang hörst du oft, im Standard gilt aber Verb + li.

Kurz zum Aspekt: platiti ist vollendet (perfektiv) und steht meist im Infinitiv: Mogu li platiti? Für „ich zahle (jetzt)“ nimmt man plaćati: Ja plaćam. Mehr dazu in A2.

Persončekati (-am)platiti (-im)piti (-em)
jačekamplatimpijem
tičekašplatišpiješ
on/ona/onočekaplatipije
mičekamoplatimopijemo
vičekateplatitepijete
oni/one/onačekajuplatepiju

So sagt man es in Dalmatien

In Split wird die ich-Form auf -n gesprochen: čekan, platin, pijen. Alle anderen Formen bleiben gleich.

Verben, deren ich-Form auf -u endet, ändern sich nicht: mogu, hoću (dalm. oću).

Der Infinitiv verliert das -i: čekat, platit, pit.

In Fragen fällt li im Alltag oft weg – die Stimme macht die Frage: Oćeš kavu?

Beispiele

Pijem vodu, a ti piješ pivo.
Pijen vodu, a ti piješ pivo. dalm.
Ich trinke Wasser, und du trinkst Bier.
Mi plaćamo račun.
Wir bezahlen die Rechnung.
Čekam konobara već deset minuta.
Čekan konobara već deset minuta. dalm.
Ich warte schon zehn Minuten auf den Kellner.

Aus der Lektion Im Café & in der Bäckerei (A1)

imati / nemati – haben und nicht haben A1

imati (haben) gehört zur -am-Gruppe. Die Verneinung ist ein eigenes Wort: nemati – man sagt also nicht „ne imam“, sondern nemam.

Die 3. Person ima / nema bedeutet auch „es gibt / es gibt nicht“:

  • Ima li kruha? (Gibt es Brot?)
  • Nema problema. (Kein Problem. – wörtlich: Es gibt kein Problem.)

Nach dem unpersönlichen nema (es gibt nicht) steht immer der Genitiv: Nema kruha. U sobi nema ormara. Nach ima (es gibt) steht er oft auch (Ima li kruha?). Ausführlich kommt der Genitiv in A2.

Nach dem persönlichen nemam, nemaš … (ich habe nicht …) steht meist der Akkusativ wie bei imati: Nemam ručnik. Bei Mengen und Abstraktem oft der Genitiv: Nemam vremena.

Merke: Alle anderen Verben verneint man mit getrenntem ne (ne pijem). Zusammengeschrieben werden nur nisam, nemam, neću.

Personimatinematidalmatinisch
jaimamnemamiman / niman
tiimašnemašimaš / nimaš
on/ona/onoimanemaima / nima
miimamonemamoimamo / nimamo
viimatenemateimate / nimate
oni/one/onaimajunemajuimaju / nimaju

So sagt man es in Dalmatien

Zwei Regeln auf einmal:

  • -m → -n in der ich-Form: iman, niman
  • ne- → ni- in der Verneinung: nemam → niman, nema → nima (das ist keine echte Ikavica – das e von ne ist kein Jat –, aber in Split und auf den Inseln ganz üblich)

Nima problema! hörst du in Split ständig.

Beispiele

Imam dvije sobe i kuhinju.
Iman dvi sobe i kužinu. dalm.
Ich habe zwei Zimmer und eine Küche.
Nemam ogledalo u kupaonici.
Niman ogledalo u kupaonici. dalm.
Ich habe keinen Spiegel im Bad.
Imaš li ručnik?
Imaš li šugaman? dalm.
Hast du ein Handtuch?

Aus der Lektion Zuhause (A1)

Das Perfekt: l-Partizip + biti A2

Für Vergangenes benutzt man im Alltag fast nur das Perfekt (perfekt). Es besteht aus der Kurzform von biti (sam, si, je …) und dem l-Partizip (glagolski pridjev radni).

Achtung, typischer Fehler: Deutsch unterscheidet „habe“ und „bin“ – Kroatisch nimmt immer biti. Also Radio sam (ich habe gearbeitet), nie Imam radio.

So bildest du das Partizip: Infinitiv ohne -ti, dann -l + Endung nach Geschlecht und Zahl:

  • weiblich -la: radi-ti → radila, pisa-ti → pisala
  • sächlich -lo: radilo
  • Plural -li (Männer oder gemischte Gruppe) / -le (nur Frauen): radili, radile
  • männlich Singular wird das -l zu -o: radi-l → radio, pisa-l → pisao

Bei Verben auf -jeti verschwindet das -je- nur in der männlichen Form: vidjeti → vidio, aber vidjela; htjeti → htio, aber htjela.

Das Partizip richtet sich nach dem Geschlecht der Person: Ein Mann sagt bio sam, eine Frau bila sam. Bei der Höflichkeitsform Vi steht der Plural: Jeste li bili …?

Wortstellung: Die Kurzform von biti steht an zweiter Stelle (Enklitikon).

  • Ja sam radio. / Radio sam. (ohne „ja“ rückt das Partizip nach vorne – „sam“ darf nie am Satzanfang stehen)
  • Verneinung mit einem Wort: nisam, nisi, nije, nismo, niste, nisu + Partizip: Nisam radio.
  • Frage mit li: Langform vorne – Jesi li radio? Je li Ivo došao? Mit Fragewort: Što si radio?
  • Mit se fällt in der 3. Person Singular das „je“ meist weg: Ona se kupala. (Standard; „se je“ hört man auch.) Sonst gilt: Kupali smo se.

Unregelmäßige Partizipien, die du dir merken solltest: ići → išao, išla; doći → došao, došla; reći → rekao, rekla; moći → mogao, mogla; jesti → jeo, jela.

Ob du ein vollendetes oder unvollendetes Verb nimmst (jesti oder pojesti), lernst du in der Lektion „In der Konoba“.

Personmännlichweiblich
jaradio samradila sam
tiradio siradila si
on / onaradio jeradila je
miradili smoradile smo
viradili steradile ste
oni / oneradili suradile su

So sagt man es in Dalmatien

Im Dalmatinischen sind zwei Dinge anders:

  • sam → san, nisam → nisan (wie im Präsens)
  • das männliche Partizip endet auf -a statt -o: radio → radija, bio → bija (Details im nächsten Thema)

Die weiblichen Formen und der Plural bleiben gleich: radila, radili.

Beispiele

Ja sam radio cijeli dan.
Ja san radija cili dan. dalm.
Ich habe den ganzen Tag gearbeitet. (Mann)
Kupila sam kruh.
Kupila san kruh. dalm.
Ich habe Brot gekauft. (Frau)
Jeste li bili u Hvaru?
Wart ihr in der Stadt Hvar? / Waren Sie in Hvar?

Aus der Lektion Was hast du gestern gemacht? (A2)

Modalverben im Präsens: mogu, moram, trebam, smijem A2

Unterwegs regeln vier Verben fast alles: moći (können), morati (müssen), trebati (brauchen, sollen) und smjeti (dürfen). Danach steht der Infinitiv – wie im Deutschen, nur ohne „zu“: Moram natočiti gorivo. Smijem li ovdje parkirati?

Bildung:

  • morati und trebati gehen regelmäßig wie die -am-Verben: moram, moraš …; trebam, trebaš …
  • smjeti geht wie die -em-Verben, mit ije im Stamm: smijem, smiješ, smije …
  • moći ist unregelmäßig: mogu, možeš, može, možemo, možete, mogu – g wird vor e zu ž, und die ich- und die sie-Form enden auf -u.

moći oder smjeti? moći heißt „es ist möglich“, smjeti heißt „es ist erlaubt“. Auf Schildern und bei der Polizei zählt smjeti: Ovdje se ne smije parkirati. (Hier darf man nicht parken.) Im Alltag fragt man aber auch mit moći: Mogu li ovdje parkirati?

trebati hat zwei Bauweisen, beide korrekt:
- persönlich: Trebam vučnu službu. (Ich brauche den Abschleppdienst.)
- unpersönlich mit Dativ: Treba mi vučna služba. – wörtlich „mir ist nötig“. Das, was man braucht, ist hier das Subjekt und steht im Nominativ.
„Man muss / man sollte“: Treba platiti cestarinu.

Höflich bitten: Eine Frage mit Možete li …? klingt oft freundlicher als der Imperativ: Možete li mi pomoći?

Verneinung: ne mogu, ne moram, ne smijem – immer getrennt. Achtung: ne moraš = du musst nicht, ne smiješ = du darfst nicht.

Typische Fehler Deutschsprachiger:

  • Ja mogu ovdje parkirati? – Fragen bildest du mit li an zweiter Stelle: Mogu li ovdje parkirati?
  • Treba mi vučnu službu. – nach treba mi steht das Benötigte im Nominativ: Treba mi vučna služba.
  • „Ich muss nicht“ ist Ne moram, nicht Ne smijem (= ich darf nicht).
  • Moram da platim hörst du in Serbien und Bosnien. Im kroatischen Standard nimm den Infinitiv: Moram platiti.
Personmoćimoratismjetitrebati
jamogumoramsmijemtrebam
timožešmorašsmiještrebaš
on / onamožemorasmijetreba
mimožemomoramosmijemotrebamo
vimožetemoratesmijetetrebate
oni / onemogumorajusmijutrebaju

So sagt man es in Dalmatien

Wie immer: ich-Form auf -n und Infinitiv ohne -i – Moran natočit gorivo. Mogu li platit? Bei trebati wird das Jat zu i: tribat – Triban vučnu službu. Šta ti triba? Die Form mogu bleibt gleich.

Beispiele

Moram natočiti gorivo.
Moran natočit gorivo. dalm.
Ich muss tanken.
Ovdje se ne smije parkirati.
Hier darf man nicht parken.
Treba mi vučna služba.
Triba mi vučna služba. dalm.
Ich brauche den Abschleppdienst.

Aus der Lektion Mit dem Auto nach Kroatien (A2)

Das Passiv: biti + Passivpartizip und das se-Passiv B2

Das Kroatische hat zwei Passivkonstruktionen.

1. biti + Passivpartizip (glagolski pridjev trpni) – betont das Ergebnis bzw. den Zustand, oft mit vollendeten Verben:

  • Kuća je sagrađena 1900. godine. (Das Haus wurde 1900 gebaut.)
  • More je zagađeno. (Das Meer ist verschmutzt.)

Das Partizip wird wie ein Adjektiv dekliniert und richtet sich nach dem Subjekt: zagađen – zagađena – zagađeno – zagađeni. Das Tempus steckt in biti:

  • je zagađeno – „ist verschmutzt“ (Zustand) oder „wurde verschmutzt“ (Vorgang); der Kontext entscheidet
  • bilo je zagađeno – „war verschmutzt“ (Zustand in der Vergangenheit)
  • bit će zagađeno – „wird verschmutzt sein / werden“

Bildung des Passivpartizips (vom Infinitiv aus, siehe Tabelle):

  • -ati → -an: napisati → napisan, prodati → prodan
  • -iti / -jeti → -en, dabei wird der Stammkonsonant jotiert: d → đ, t → ć, s → š, z → ž, st → šć, v → vlj, p → plj, b → blj, l → lj, n → nj: zagaditi → zagađen, zaštititi → zaštićen, uloviti → ulovljen, promijeniti → promijenjen
  • Verben mit Präsens auf -em bilden oft vom Präsensstamm: donijeti (donesem) → donesen, ispeći (ispečem) → ispečen
  • -t bei einigen kurzen Verben und bei -nuti: popiti → popit, zauzeti → zauzet, uzeti → uzet, dignuti → dignut

Der Urheber steht mit od strane + Genitiv (formell, sparsam verwenden!) – oft ist der Instrumental bei Mitteln natürlicher: zagađeno plastikom. Typischer Fehler: dt. „von“ beim Passiv ist nicht od: nicht zagađeno od plastike, sondern zagađeno plastikom.

2. se-Passiv – häufig mit unvollendeten Verben, für allgemeine oder wiederholte Vorgänge, ohne Urheber:

  • Ovdje se govori hrvatski. (Hier wird Kroatisch gesprochen.)
  • Plaže se čiste svako jutro.

Das Verb richtet sich nach dem Subjekt (plaža se čisti – plaže se čiste), und se steht als Enklitikon an zweiter Stelle: Plaže se čiste, nicht Plaže čiste se. In der Vergangenheit: Plaža se čistila svaki dan.

Im Alltag ist das se-Passiv oder schlicht ein Aktivsatz viel häufiger als od strane.

InfinitivEndungPartizip (m / f / n)Beispiel
napisati-nnapisan / napisana / napisanoČlanak je napisan.
zagaditi-en (d → đ)zagađen / zagađena / zagađenoMore je zagađeno.
zaštititi-en (t → ć)zaštićen / zaštićena / zaštićenoPark je zaštićen.
uloviti-en (v → vlj)ulovljen / ulovljena / ulovljenoRiba je ulovljena.
donijeti-endonesen / donesena / donesenoZakon je donesen.
zauzeti-tzauzet / zauzeta / zauzetoMjesto je zauzeto.
popiti-tpopit / popita / popitoVino je popito.

So sagt man es in Dalmatien

Die Bildung ist dieselbe. Im dalmatinischen Gespräch wird – wie in der gesprochenen Sprache überhaupt – das Passiv mit biti eher selten verwendet; man nimmt das se-Passiv oder einen unpersönlichen Aktivsatz mit su (sie): Očistili su plažu. statt Plaža je očišćena.

In der Vergangenheit erscheint natürlich das dalmatinische Partizip: Grad je bija zagađen. (Standard: bio.)

Beispiele

Park prirode Telašćica zaštićen je od 1988. godine.
Der Naturpark Telašćica ist seit 1988 geschützt.
Na otocima se sve više gradi.
Auf den Inseln wird immer mehr gebaut.
Plaža je očišćena nakon oluje.
Očistili su žal posli nevere. dalm.
Der Strand wurde nach dem Unwetter gereinigt.

Aus der Lektion Das Meer & die Umwelt (B2)

Das historische Präsens C1

In Zeitleisten, Lexikonartikeln, Dokumentarfilmen und Schulbüchern erzählt man Geschichte gern im Präsens (povijesni prezent). Das wirkt lebendig und rückt die Ereignisse nah an den Leser:

  • Godine 1420. Split prelazi pod mletačku vlast.
  • 1991. – Hrvatska proglašava neovisnost.

Regeln und Tipps:

  • Meist stehen unvollendete Verben: prelazi, gradi, postaje, proglašava. Warum? Das Präsens vollendeter Verben kann im Hauptsatz nicht für sich allein eine Handlung „jetzt“ bezeichnen; es braucht einen Erzählrahmen. Deshalb klingt das vollendete Präsens (dođe, kaže) erzählend-umgangssprachlich oder literarisch: I onda on dođe i kaže … In Sachtexten nimmt man darum das unvollendete Gegenstück: prijeći → prelaziti → prelazi.
  • Jahreszahlen: Godine 1420. oder 1420. godine – der Punkt macht die Zahl zur Ordnungszahl („im 1420. Jahr“). Am Satzende fällt er mit dem Schlusspunkt zusammen: … do 1797.
  • Man darf zwischen Präsens (Hauptereignisse) und Perfekt (Hintergrund, Rückblick) wechseln – aber nicht willkürlich im selben Satz.

Im Deutschen ist das historische Präsens ebenfalls möglich, im Kroatischen aber in Sachtexten noch häufiger.

PerfektHistorisches PräsensDeutsch
Venecija je kupila prava na Dalmaciju.Venecija kupuje prava na Dalmaciju.Venedig kauft(e) die Rechte an Dalmatien.
Dalmacija je prešla pod austrijsku vlast.Dalmacija prelazi pod austrijsku vlast.Dalmatien kommt/kam unter österreichische Herrschaft.
Francuzi su gradili nove ceste.Francuzi grade nove ceste.Die Franzosen bauen/bauten neue Straßen.
Hrvatska je proglasila neovisnost.Hrvatska proglašava neovisnost.Kroatien erklärt(e) die Unabhängigkeit.

So sagt man es in Dalmatien

Beim mündlichen Erzählen ist in Split das vollendete Präsens sehr lebendig: I onda dođu Francuzi i naprave ceste. Sonst erzählt man im Perfekt mit dem Partizip auf -a: Did mi je priča kako je bilo za vrime Austrije.

Beispiele

Godine 1420. Split prelazi pod mletačku vlast i ostaje pod njom do 1797.
1420 kommt Split unter venezianische Herrschaft und bleibt es bis 1797.
Napoleon 1809. osniva Ilirske pokrajine.
1809 gründet Napoleon die Illyrischen Provinzen.
Hrvatska 2013. ulazi u Europsku uniju.
2013 tritt Kroatien der Europäischen Union bei.

Aus der Lektion Geschichte Dalmatiens (C1)

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